10.12.2010
11:55

Wettbewerbsverzerrung - DJH wird erneut durch Politik gefördert

Dem Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) wird in Berlin/Friedrichshain ein Gebäude zur Errichtung einer Jugendherberge mit 450 Betten zur Verfügung gestellt. Der Liegenschaftsfond Berlin, dessen alleiniger Eigentümer das Land Berlin ist, überlässt dem DJH das Gebäude für 25 Jahre mietfrei und begründet dies mit der Gemeinnützigkeit des DJH.


Da mag man natürlich argumentieren, daß der DJH einen sozialen Zweck erfüllt und sich um die Beherbergung und Betreuung von Schulklassen kümmert. Vor 20 Jahren, als es noch keinen privaten Wettbewerb auf diesem Sektor gab war das wohl so. Die Realität hat die Gesetzgebung jedoch überholt. Es gibt nun schon seit geraumer Zeit einen privaten Wettbewerb durch z.B. Hostels des Backpacker Network Germany e.V.. Dieser wird durch die alte Gesetzgebung massiv benachteiligt. Ein Wunder, daß die privaten Hostels sich überhaupt am Markt halten können ob dieser Benachteiligung.


Die Häuser des DJH verlassen zunehmend Ihre alten Pfade und buhlen um die Zielgruppen der privaten Hostels. Das sind vornehmlich junge Einzelreisende sog. Backpacker und kleine bis mittlere Gruppen. Dies konnte kürzlich bei einer Neueröffnung in Köln beobachtet werden. Dort betreibt der DJH nun ein Haus das unter dem Namen `Pathpoint Cologne - Backpacker Hostel` auftritt.

Die Jugendherbergen des DJH haben durch Ihre gemeinnützige Stellung einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber Ihren kommerziellen Wettbewerbern, den privaten Hostels. Das Umsatzsteuerrecht räumt den Häusern des DJH eine Befreiung der Umsatzsteuer ein, ebenso das Gewerbesteuergesetz.


Die Politik greift hier ungerechtfertigt in die Marktwirtschaft ein und behindert einen freien Wettbewerb. Kaum zu glauben, daß dies noch gewollt ist.

Holgerholger@babelfish-hostel.dePermalinkComments 0Gravatar: Holger

Backpacker Network Germany Jahrestreffen 2009

Backpacker Network Germany e.V.
Backpacker Network Germany e.V.

Letztes Wochenende fand vom 19.11. bis 22.11. das jährliche Treffen des Backpacker Network Germany in Rostock statt. Die Presse hat davon auch schon im Vorfeld berichtet: "Verein deutscher Hostel-Betreiber tagt erstmals in MV"


TARGET e.V.
TARGET e.V.

Neben dem Wiedersehen befreundeter Hostelbetreiber und Network internen Diskussionen, stand auch die Übergabe eines Schecks an die Ehefrau von Rüdiger Nehberg, Annette Weber auf dem Plan. Bei einem Gemeinschaftsprojekt mit Bionade wurden 2000,- EUR gesammelt. Das Geld wurde gespentet für TARGET e.V. eine Menschenrechtsorganisation von Ruediger Nehberg und Annette Weber gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Annette Weber war auch vor Ort, hat den Scheck in Empfang genommen und sehr angagiert und beeindruckend von TARGET berichtet. Leider habe ich noch keine Fotos vom Wochenende, somit auch nicht von der Scheckübergabe, werde ich aber nachreichen.

Des Weiteren sprach Ralf Schlüter, Betreiber eines Hotels und Mitglied des Präsidiums der DeHoGa M-V, Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.,  über die Wettbewerbsverzerrung durch die drei Steuersätze im Tourismus (0%, 7% und 19%), das Ausnutzen der geringeren Steuersätze durch Unternehmen die sich unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit der Steuer und damit dem Wettbewerb entziehen, sowie über die aktuellen Diskussionen bezüglich des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes. Der Vortrag war äusserst interessant - aber auch an anderer Stelle mehr dazu.

 

Hanse Hostel Rostock
Hanse Hostel Rostock

Zum Schluss noch ein Dankeschön an Iris vom Hanse Hostel Rostock für die Beherbergung, die Organisation und das Rahmenprogramm. Spaziergang am Ostsee-Strand, Nachtwächterrundgang, Fischessen im ältesten maritimem Fischrestaurant von Rostock, Zur Kogge, einer nächtliche Hafenrundfahrt mit Buffett und Musik!
Fahrt nach Rostock, übernachtet bei Iris im Hostel und guckt euch die Stadt an - ich kanns nur empfehlen!

 

Dieterdieter@babelfish-hostel.dePermalinkComments 0Gravatar: Dieter

Flosse hoch für 7 Prozent!

Der Babelfish unterstützt genauso wie das Backpacker Network Germany die DEHOGA Initiative Pro-7-Prozent. Durch die Änderungen in der Gesetzgebung der Europäischen Union haben bereits 20 von 27 Mitgliedsstaaten die Umsatzsteuer für Hotellerie und Gastronomie gesenkt. Sie beträgt dort zwischen 5,5 und 10 %. Mit 19% ist diese in Deutschland fast doppelt so hoch und ist somit eine massive Wettbewerbsverzerrung im freien europäischen Markt. Das ist für freidenkende und liberale Fische wie den Babelfish nicht hinnehmbar. Deshalb `Flosse hoch für 7Prozent`!

Holgerholger@babelfish-hostel.dePermalinkComments 2Gravatar: Holger
02.02.2009
22:05

Jugendherberge wird vom Patentamt als Marke gelöscht

Kurz zum Hintergrund: In Deutschland ist, bzw. war, die Bezeichnung Jugendherberge seit 1998 als Marke geschützt. Inhaber der Marke ist, bzw. war, das Deutsche Jugendherbergswerk.

Aufgrund dessen gab es in der Vergangenheit in der Szene häufig Reibereien. Neutral ist das Ganze in einem Auszug aus Wikipedia - Jugendherberge beschrieben:

„Der Schutz des Begriffs „Jugendherberge“ als Wortmarke des Deutsche Jugendherbergswerks (DJH) ist umstritten. Das DJH hat die Marke im Jahr 1998 eintragen lassen und bisher erfolgreich verteidigt.

So hat das Oberlandesgericht München im April 2005 einem Unterlassungs-Anspruch des DJH gegen einen Münchener Hostelier Recht gegeben. Dieser hatte Werbung im Internet mit dem Wort „Jugendherberge“ betrieben. Die Richter waren der Auffassung, dieses Verhalten sei nach dem Markenrecht sittenwidrig, irreführend und fange Kunden ab (AZ. 29 U 5753/04).

Zurzeit läuft jedoch die Klage eines privaten Hostel-Betreibers mit dem Ziel, die Marke löschen zu lassen.

Das DJH beruft sich darauf, die Bezeichnung in die deutsche Sprache eingeführt zu haben und den Begriff nur für die eigenen Unterkünfte verwenden zu wollen, die hohen Qualitätsanforderungen entsprechen. Der Kläger ist der Meinung, dass der Begriff ein allgemein beschreibender Teil der deutschen Sprache geworden ist. Insbesondere ergebe die Suche im Wörterbuch für den englischen Begriff „youth hostel“ stets die Übersetzung „Jugendherberge“, so dass private Anbieter benachteiligt seien.“

Leider findet man (bzw. ich) noch nicht viel Information über die Löschung selbst. Wer aber die Kontroverse Diskussion verfolgen möchte sei folgender Artikel bei XING – Kinder- und Jugendreisen „Sensation: Marke “Jugendherberge” wird gelöscht“ empfohlen. Ist mittlerweile schon viel Text aber äußerst lesenswert.

Auf den Seiten der DJH kann man noch den Artikel von 2005 nachlesen, als der Antrag auf Löschung noch fehlschlug „Bezeichnung »Jugendherberge« bleibt weiterhin geschützt".

Dieterdieter@babelfish-hostel.dePermalinkComments 0Gravatar: Dieter
25.11.2008
22:20

Die abartigen Kosten der Jugendherberge auf Rügen/Prora

- 36.950 Euro für ein Jugendbett? Titelt der Rüganer Anzeiger -


Prora ehemaliges Kdf Haus
Prora ehemaliges Kdf Haus


Ein Thema das nicht nur im kühlen Norden immer wieder in Hostelkreisen heiß diskutiert wird sind die steuerlichen Vergünstigungen welche Jugendherbergen vom Staat gewährt werden und dem, aus meiner Sicht, gerechtfertigten Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung. Diesem Thema werden wir uns sicherlich an dieser Stelle auch noch kontrovers widmen.

Was sich aber gerade auf Rügen/Prora abspielt nimmt noch einen weiteren Auswuchs an. Beim Lesen des Artikels im Rüganer Anzeiger '36.950 Euro für ein Jugendbett?' wird einem richtig schwindelig ob der Millionen an Steuergelder mit denen fröhlich jongliert wird. Wenn man gerade selbst am Umbauen und Investieren ist, zurück denkt an die schwierige Immobiliensuche und Finanzierung, wird der Vergleich mit dem DJH und dem Erwerb eines Gebäudes für einen symbolischen Euro und mit einer Million Euro Eigenkapital, was bei den Gesamtkosten von knapp 15 Millionen Euro noch nicht mal 7% beträgt, recht schmerzlich. 7%! - Damit würde unsereins von den Banken noch nicht einmal zu einem Gespräch eingeladen! Oliver Winter kommentiert dies mit Absurdistan in Prora: Noch mehr Steuergeld und Torsten Wendt fragt Wo sind die Wettbewerbshüter im Fall Prora und DJH.

Um das Gebäude an sich gab es auch im Vorfeld schon heftige Diskusionen: Der Prora-Skandal.

Dieterdieter@babelfish-hostel.dePermalinkComments 0Gravatar: Dieter

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